Die Felsritzungen Himmelstalund in Norrköping (Zum Vergrößern auf die Bilder klicken)
RAÄ-Nummern: Östra Eneby 1:1, Östra Eneby 1:2 (Schwedisch)


Koordinaten: 58°35'35.20" N, 16°08'41.40" O (Google Maps öffnet sich in einem neuen Fenster)


Norrköping ist die Stadt der Welt, in der sich die meisten Felsritzungen innerhalb der Stadtgrenzen befinden. In Himmelstalund, einem Stadtteil von Norrköping, finden sich mehrere flache Felsen mit den Ritzungen. Sie stammen aus der schwedischen Bronzezeit. Himmelstalund ist einer der beiden größten Plätze mit Felsritzungen in Östergötland. Hier findet man ca. 1660 Figuren, davon etwa 630 Schiffe, 260 Tiere und etwa 60 männliche Figuren, meistens inmitten von Tieren, als Träger von Speeren oder Schiffen.

Die Felsen sind in Gruppen aufgeteilt, die ihre Namen von den Figuren bekommen haben, die sich hauptsächlich darauf befinden. Es gibt den Björnhällen (Bärenfelsen), Svinhällen (Schweinefelsen) den Yxhällen (Axtfelsen).


Man verlässt den Riksvägen (R 56), der durch Norrköping führt, an der Ausfahrt "Himmelstalund N", und folgt der Ausschilderung zu den "Hällristningar". Der Parkplatz befindet sich direkt zwischen der Straße und dem Felsritzungsfeld.
 




Der Björnhällen.
Hier findet man Schiffe, mehrere Jagdszenen, in denen Eber dargestellt sind, einige Schwerter sowie eine längs über den Felsen verlaufende Bärenspur.







Eine Wildschweinjagd, bei der zwei Männer mit langen Speeren und zwei Hunden – einer davon offensichtlich getötet – gegen einen mächtigen Wildschweineber vorgehen.



Im oberen Bildteil die aus 25 Abdrücken bestehende Bärenspur, insgesamt 22m lang. Sie sollte vermutlich den Eindruck erwecken, dass dort ein Bär lang gegangen ist.





Ein Jäger mit einer Meute Hunde?



Ein Schwert mit Parierstange. Diese Art von Schwertern wurde in Südeuropa vor ungefähr 4000 Jahren hergestellt. Archäologen konnten im 19. Jhdt. mit Hilfe solcher Schwerter den Ursprung der Felszeichnungen auf die Bronzezeit zurückführen.



Radkreuze, ein Sonnen(kult)symbol. Es gibt sie rund und quadratisch.


Ein weiterer Felsen mit unterschiedlichen Schiffsfiguren:








Der Svinhällen.
Auf diesem Felsen, mit der größten Anzahl von Ritzungen, findet man neben vielen Schiffen und einigen Schwertern die größte Konzentration von Haus- und Wildschweindarstellungen.







Es sind auch Darstellungen von Fußsohlen vorhanden.



Die Bedeutung dieser Darstellung eines halbfertigen Schiffes und daneben liegenden, wesentlich später eingeritzter Runen, ist nicht eindeutig geklärt. Die Runenritzung stammt vermutlich aus der späteren Eisenzeit.



Hier ist eine Rahmenfigur zu sehen, die von zwei Männern mit einem Speer gehalten wird. Allein die Größe deutet auf etwas Besonderes hin. Man weiß nicht genau, was diese Figuren bedeuten. Aufgrund von Ähnlichkeiten mit kultischen Zuständen bei Naturvölkern könnte man darauf schließen, dass es sich bei dem Rahmenbild um eine Art Zustand von Trance handelt. Manchmal werden sie auch als Netzfalle interpretiert.











Ein Hirte mit Hunden und einer Schweineherde?






Der Yxhällen.
Hier befinden sich ca. 140 Figuren, hauptsächlich Schiffe. Auch 18 Felszeichnungen von Äxten sind hier in Originalgröße zu sehen. Sie stellen Hohläxte dar, die während der Bronzezeit als Arbeitsäxte dienten. Äxte wurden aber auch in kultischen Zusammenhängen durch Felsritzungen abgebildet.
Oder handelt es sich eigentlich dabei um Luren aus der Bronzezeit?









Hohläxte oder vielleicht doch bronzezeitliche Luren?







Ein Anbeter auf einem Schiff?



Ein Schiff mit angedeuteter Bemalung der Bordwände.





Einige Schiffe von Himmelstalund deuten Besatzungen von über 50 Personen an.













Hohläxte oder Luren?



Fotos: R. Möws 08/2013