Der Menhir Wellen in Bringhausen bei Fritzlar (Zum Vergrößern auf die Bilder klicken)


Koordinaten: 51°10'15.95" N, 08°59'38.79" O (Google Maps öffnet sich in einem neuen Fenster)


Dieser Menhir ist wegen seinem seltenen, eingeritztem Fischgrätenmuster eine archäologische Rarität unter den Menhiren im Fritzlar-Kasseler Raum. Er wurde im Edertaler Ortsteil Wellen bei Kiesabbauarbeiten entdeckt und dabei aus seinem archäologischen Kontext gerissen, so dass keinerlei Schlüsse aus Nebenfunden oder Erdschlüssen mehr möglich sind.
Der Bad Wildunger Arzt Dr. Wilhelm barg seinerzeit diesen Stein und stellte ihn im frei zugänglichen Eingangsbereich seines Ferienhauses in Bringhausen auf. Mittlerweile ist er verstorben, das Eingangstor mit Kette und einem Schloss versehen und das Grundstück verwahrlost zusehens.
Der Menhir hat mit einer Höhe von 1,5 m und einer Breite von 1,3 m fast eine quadratische Form. Die Dicke des Steines beträgt 25 cm. Auf seiner Oberseite befinden sich zahlreiche Schälchen, die auf rituelle Handlungen hindeuten.
Die Vorderseite des Steines ist gerundet und die Schmalseiten zur Rückseite hin abgeschrägt. Das lässt vermuten, dass der Stein vielleicht Teil eines Steinkreises oder einer Grabanlage gewesen ist.
Ein ähnliches Fischgrätenmuster befindet sich auf dem westlichen Abschlussstein des knapp 20 Km entfernten Galeriegrabes von Züschen, welches auf der vorhergehenden Seite beschrieben wird. Damit lässt sich das vermutete Alter des Menhirs auf ungefähr 4500 Jahre datieren.
Der Stein ist durch ein kleines Wetterschutzdach geschützt.
Eine Kopie des Steines befindet sich im Hessischen Landesmuseum in Kassel.

Am Ortseingang von Bringhausen folgt man der Nadelkurve nach links. Die Straße macht dann nach 300 Metern eine scharfe Kurve nach rechts und führt geradeaus weiter. Man passiert dann eine kleine, kreisverkehrähnliche Kreuzung und fährt weiter geradeaus, bis freies Feld anfängt. Dort biegt man rechts ab und fährt ca. 100 m weiter, bis man an das verschlossene Tor kommt. Der Menhir befindet sich dann theoretisch in Sichtweite hinter dem Tor, genau an der Grenze zum Nachbargrundstück, war aber zum Zeitpunkt meines Besuches nicht wirklich von der Straße aus zu sehen.






Fotos: R. Möws 10/2013