Die Schiffssetzung Ales Stenar bei KÃ¥seberga (Zum Vergrößern auf die Bilder klicken)
RAÄ-Nummer: Valleberga 20:1 (Schwedisch)


Koordinaten: 55°22'57.77" N, 14°03'15.85" O (Google Maps öffnet sich in einem neuen Fenster)

Ales Stenar ist mit 68 m Länge, 19 m Breite und heute noch 59 von 60 Steinen die größte Steinsetzung Schwedens.
Erwähnt wird diese Anlage zum erstem Mal 1515 in einem Verzeichnis über die Ländereien des Stifts Lund. Auf der Küstenkarte Gerhard Buhrmanns von 1684 befindet sich die älteste Abbildung der Schiffssetzung. In stilisierter Form dargestellt, diente sie vermutlich der Schifffahrt als Landmarke. 1777 wird dann von dem Antikenzeichner C.G.G. Hilfeling die erste genaue Zeichnung angefertigt. Die erste bekannte Fotografie stammt von 1914.
1917 wurde die Anlage dann zum ersten Mal restauriert. Zu dem Zeitpunkt standen nur 16 Steine aufrecht und ein Großteil der Schiffssetzung war mit Flugsand bedeckt. Aufgrund fehlender Aufzeichnungen von der Ausgrabung ist auch nicht bekannt, ob z.B. Steine hinzugefügt wurden.


Im zweiten Weltkrieg errichtete das Militär eine Flugüberwachungsstaion sowie einen Schutzraum in unmittelbarer Nähe (Foto links, von der Informationstafel), was der Anlage nicht gerade gut tat.
Bei der zweiten Restaurierung im Jahr 1956 wurden bei umfangreichen Aushebungsarbeiten mit Baggern und Planierraupen Sand und Boden um die Steine herum abgetragen, wiederum ohne eine genau Auswertung durch Archäologen.

Seit dem Ende der 1980er Jahre wurden dann mehrere archäologische und geologische Untersuchungen durchgeführt sowie die Anlage sachkundig vermessen. Die Steine wurden systematisch beschrieben und teilweise auch unterhalb der Bodenoberfläche untersucht. Aufgrund von durchgeführten C-14-Untersuchungen konnte die Anlage auf ca. 600 n.u.Z. datiert werden.

Schon seit längerem hegen Forscher den Verdacht, dass viele der Steine Teile ehemaliger Grabanlagen sind. Dafür spricht nicht nur die Tatsache, dass die Steine aus unterschiedlichen Materialien wie Sandstein, Granit, Gneis, Porphyr und Amphiobolit bestehen, sondern auch das Vorhandensein von sogenannten Schälchen, die sich an den merkwürdigsten Stellen befinden. Sogar dicht über dem Boden und unter der Erdoberfläche.
Das würde auch erklären, warum sich im weiteren Umkreis von Ales Stenar keine Megalithgräber befinden, obwohl sie sonst an jeder Ecke zu stehen. Geologische Bodenuntersuchungen von 2012 bekräftigen diese Vermutung. Dort fand man Spuren von großen Steinblöcken, aus denen vor 5500 Jahren ein Megalithgrab errrichtet wurde, und die dann entfernt und vermutlich beim Bau von Ales Stenar verwendet worden sind.

In KÃ¥seberga folgt man der Ausschilderung bis zum Parkplatz gleich am Ortseingang. Von dort aus führt ein Weg bis zu der Anlage. Alternativ kann man auch die Straße weitergehen bis man zum Hafen kommt. Hier kann man frisch geräucherten Fisch, Brot und Bier kaufen und dann von dort aus hoch zur Schiffssetzung gehen. Bei einem Picknick kann man dann die wundervolle Aussicht von der Steilküste auf das Meer und Ales Stenar genießen.



Der Blick von Osten. Links im Bild der kleine Ruderstein.



Blick von Südosten.



Blick von Norden auf die Anlage mit der Ostsee im Hintergrund. Selbst in der Nachsaison ist es schwierig Fotos zu machen, auf denen keine Menschen zu sehen sind. Das kann unter Umständen Stunden dauern.



Blick von Westen. Im Vordergrund der 3,30 m hohe Bugstein.



Der Bug zeigt nach Nordwesten, der Richtung des Sonnenuntergangs zu Mittsommer.



Blick vom Bugstein in Richtung Heck. In der Mitte liegt der Pfeilstein, er zeigt genau in Blickrichtung.



Blick vom Heck zum Bug...



...wo langsam die Sonne untergeht...



...und die Dunkelheit sich langsam ausbreitet.



Richtig stimmungsvoll wird es, wenn dann der Vollmond über den Steinen steht.



Fotos: R. Möws 08/2008, 08/2010, 08/2012, 08/2013